[April 23] Eins, Zwei, Raserei (Björn / SL)

Eine Sammlung vergangener Gräuel. Kein Vergessen. Kein Vergeben.
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Der Steiger
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Re: [April 23] Eins, Zwei, Raserei (Björn / SL)

Beitrag von Der Steiger »

Du zerrst, er wehrt sich, seine Begleitung bleibt an euch, wohl in der Hoffnung, ein freies Schussfeld zu erhalten. Aber das wirst du ihr nicht geben.

Dennoch. Du bist nicht schnell genug.

Ein weiteres Mal legt sich das manifestierte Dunkel um Lea und diesmal schlägt die Schattenfrau zu. Mit einem Sprung fliegt sie auf deine Entführerin zu, rammt ihr etwas in die Brust, worauf Lea wie ein Stein zu Boden fällt. Die Schatten verschwinden und für einen Sekundenbruchteil steht die Schwarzhaarige dort, die Schultern leicht gesenkt, offensichtlich erschöpft.

Dann wendet sie sich dir zu. Beginnt zu rennen.

"Unmöglich!" schießt es dir nicht zum ersten Mal durch den Kopf, als sie abhebt und einen Sprung zurücklegt, bei dem dir die Kinnlade herunterklappt. Selbst dein Begleiter vergisst für einen Moment sich zu wehren. Das muss Weltrekord sein. Zumindest für Menschen. Zehn, ja, vielleicht fünfzehn Meter weit. Sie rollt sich ab und ist bereits wieder auf den Beinen, als dein Selbsterhaltungstrieb kickt.

"Lass. Ihn. Los." Ihre Stimme ist nicht laut. Aber sehr, sehr eindringlich.
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Björn Mölling
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Re: [April 23] Eins, Zwei, Raserei (Björn / SL)

Beitrag von Björn Mölling »

Meine Gedanken rasen, wägen wieder Optionen gegeneinander ab. Wegrennen? Keine Möglichkeit. Gegen die Vampirlady kämpfen? Völlig aussichtslos. Den Typen loslassen? Würde bedeuten, meine allerletzten Optionen aufzugeben. Nicht, dass er mir noch viel bringen wird, die Schattenfrau macht nicht den Eindruck, als würde sie das Schicksal ihrer Hilfssheriffs groß kümmern.

Im Grunde habe ich nur noch einen Weg, den ich einschlagen kann. Ich kann versuchen, mit ihr zu reden. Großartig. Das mir. Natürlich habe ich einiges über Gesprächstaktiken gelernt, aber ob das mir hier nützen wird, ist fraglich. Und in keinem Übungsszenario kamen Pflöcke, Vampire oder fucking Pfoten vor - ja, ich habe WIRKLICH ein Problem mit den Dingern.

„Warum? Was willst du überhaupt von mir?“ Ich versuche, den richtigen Ton zu treffen. Nicht zu herausfordernd, aber auch nicht ängstlich. Schwierig. Und heute scheint eh nicht mein Tag zu sein.
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Der Steiger
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Re: [April 23] Eins, Zwei, Raserei (Björn / SL)

Beitrag von Der Steiger »

Die Dunkelheit kriecht an ihr herauf wie Schlangen aus Finsternis. Kriecht über die Narben auf ihrem Gesicht, in die schwarzen Haare. "Lass ihn los. Tritt zurück. Geh auf die Knie. Das ist deine letzte Warnung." Das Problem hier ist, dass sie ihre Warnung wahrmachen kann. Du hast es gesehen.

Sie nickt zu der Person mit der Shotgun. Die senkt ihre Waffe. Ein eindeutiges Zeichen - sie wird in dieser Situation nicht gebraucht.
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Björn Mölling
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Re: [April 23] Eins, Zwei, Raserei (Björn / SL)

Beitrag von Björn Mölling »

Was ist jetzt der würdevollere Abgang? Dem ganzen ins Auge blicken, oder mit fliegenden Fahnen untergehen? Beides keine schönen Aussichten. Ich hadere noch einen winzigen Moment. Dann entscheide ich mich widerwillig dazu, ihr zu gehorchen. Es fällt mir sowieso sehr schwer, mich ihr zu widersetzen.

Ich verpasse meinem menschlichen Schutzschild einen Stoß zwischen dir Schulterblätter, der ihn ins Gras befördert. Auch der Schritt nach hinten klappt noch. Aber hinknien? Nein. Mein Körper verweigert diese Demütigung. Ich bleibe stehen und warte ab.

Hey, zwei von drei. Vielleicht reicht ihr das ja.
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Der Steiger
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Re: [April 23] Eins, Zwei, Raserei (Björn / SL)

Beitrag von Der Steiger »

Für einen Moment besteht diese Hoffnung. Bis sie leicht mit den Schultern zuckt.

Ihre Bewegung ist unglaublich schnell und der spitze Holzpflock erscheint wie bei einem Zaubertrick in ihrer Hand. Du machst eine lange praktizierte Abwehrbewegung - aber ach, die Pfoten sind ungewohnt und es gelingt dir nicht, sie zu fassen. Ihr geht zu Boden und dann senkt sich der Pfahl in dein Herz.

"Scheiße - das wars..." ist das letzte was dir durch den Kopf schießt.

...bevor du merkst, dass du noch immer denkst. Ist das eine Nahtoderfahrung? Du liegst am Boden, spürst die Erde an deinen Pfoten, du siehst deine Angreiferin aufstehen, die Bewaffneten zu ihr eilen, du hörst wie sie sprechen "Alles in Ordnung?" "Ja, Herrin." "Gut." aber zu deinem großen Entsetzen kannst du dich kein Stück bewegen.

Du bist absolut hilflos.

Kannst die Pfoten nicht rühren, die Beine nicht, ja, nichtmal deine Augenwimpern. Gefangen in deinem Körper.

Die anderen gehen. Du liegst allein und schaust zu den Sternen hinauf. Sie funkeln spöttisch.

Jemand kommt zurück. Man legt dich auf etwas. Dann schließt sich ein Reißverschluss über deinen Augen. Finsternis.

Du wirst getragen. Unsanft abgelegt. Ein Motor startet.

Irgendwann kommt ihr an. Man trägt dich erneut. Wieder ein Aufprall. Dein Körper kann sich nicht schützen.

Nach einer Weile gleitest du in einen finsteren Schlaf. Deine Träume sind voller lebendiger, hungriger Schatten.

===[ENDE]===
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